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Spuren
 
Überirdisch


Darüber sollte man besser nicht schreiben. Wörter sind hohle Schalen, Knacknüsse für Assoziationen, die hoffnungslos danebengehen und sinnlos verpuffen. Und doch: Schreiben muss ich, darf ich, soll ich über die Musik von Miguel Guldimann, mit Wörtern dem hinterherhinken, was dieser Ausnahmekönner seit Jahren treibt, dem geneigten Publikum zurufen: Hallo, hier geschieht Einmaliges, Wunderbares; hier werden Ohren verwöhnt mit dem, was Welt- und Meditationsmusik doch eigentlich meint. Die Besten ihrer Zunft aus verschiedenen Kulturen finden zusammen, geben sich Raum und Zeit, um genau zu vernehmen, was der andere seinem Instrument entlockt. Die Musik des anderen in sich nachklingen lassen und spüren was sie in einem aufbringt. Die Fakten zu anuraag
(Heeb), der neuen CD: Die Instrumente sind Sarod und achtsaitige Gitarre, die Musiker sind Ranajit Sengupta und Miguel Guldimann, aufgenommen wurde in Kalkutta, Bern und Zuchwil, verteilt über ein Jahr. Das Zusammenspiel der beiden geht zurück auf eine erste Begegnung vor drei Jahren in Deutschland im Umfeld von Willigis Jager, dem spirituellen Meister von Miguel Guldimann. Bei den elf Stücken handelt es sich ausnahmslos um Eigenkompositionen, die im Dialog entstanden. Lyrisch, verträumte, weiträumige Bögen wechseln ab mit virtuosen Bravourstücken in Fortissimo. Der Wechsel der Tempi, die fliessenden Übergänge von Weite zu Dichte, von Verspieltheit zu klarer Struktur zeugen von einer stupenden Musikalitat, die einnimmt mit dem ersten Ton und sich bewahrt beim hundertsten Mal Abhören, Doch ich sollte mich zurückhalten: Je häufiger ich diese Musik höre, desto schwieriger wird die Aufgabe, sie zu beschreiben. Denn hinter der fröhlichen Spielfreude stecken Raffinesse, hohes Können und ein Streben nach Perfektion, dahinter stehen Qualitäten, die man ganz einfach nur bewundern kann. Und damit ist noch kein Wort gesagt zum Duett Miguel Guldimanns mit der Sängerin Shirin Sengupta. Das ist überirdisch, Damit habe ich mich nun ausreichend lächerlich gemacht. Und falls Sie es aus meinem Gestammel noch nicht herausgelesen haben: Unbedingt kaufen! Etwas Schöneres habe ich lange nicht zu Ohren bekommen.

 
Martin Frischknecht 
http://www.spuren.ch